Projekt

Entwicklung komplexer Gesellschaften im subsaharischen Afrika:
Die Nok-Kultur Nigerias (Langfristvorhaben).

Laufzeit

2009-2020

Finanzierung

DFG

Projektleitung und –koordination

Peter Breunig, Katharina Neumann

Wissenschaftliche Mitarbeit

A. Höhn (Archäobotanik), N. Rupp (Archäologie)

Doktoranden

Christina Beck: RFA-Analysen an keramischen Objekten der Nok-Kultur.

Gabriele Franke: Die Keramik der Nok-Kultur.

Tanja Männel: Stilistische Untersuchungen der Terrakotten der Nok-Kultur.

Klaus-Peter Nagel: RFA-Analysen an Sedimenten aus nokzeitlichem Kontext.

Kai Radomski: Rückstandsanalysen an Nok-Keramik.

Kooperationspartner

Dr. Musa Hambolu, Director of Research, Dr. Olalekan Akinade, Senior Archaeologist

National Commission for Museum and Monuments, Abuja, Nigeria, University of Jos, Nigeria

Kurzbeschreibung

Die Nok-Kultur Nigerias

Die ersten Entdeckungen zur Nok-Kultur reichen bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts zurück. Sie bestanden aus Fragmenten von Tonfiguren, die mit wenigen Ausnahmen zufällig bei der Gewinnung von Zinn im Tagebau gefunden wurden. Bekanntheit erlangte die Nok-Kultur durch diese kunstvoll gefertigten, bis lebensgroßen Skulpturen sowie durch den Nachweis aus einer Ausgrabung, dass die Nok-Kultur bereits um 500 v. Chr. Eisen herstellte – was im westafrikanischen Vergleich zum damals frühesten bekannten Hinweis auf Metallurgie gehörte.

Die kunstvollen Terrakotten als Ausdruck einer entwickelten Ritualkultur, die Verhüttung von Eisen ohne andere metallurgische Vorläufer und die mittlerweile erbrachten Belege für eine stabile Agrarwirtschaft sind Hinweise auf Spezialisierung und gesellschaftliche Umbrüche, die wir im Zusammenhang mit der Entwicklung komplexer Gesellschaften im sub-Saharischen Afrika sehen. Angesichts solcher Bedeutung und der drohenden vollständigen Zerstörung der Nok-Fundstellen durch anhaltende Raubgrabungen wird die Nok-Kultur als ein bekanntes Beispiel dieser Prozesse im Rahmen eines Langfristvorhabens der Deutschen Forschungsgemeinschaft untersucht.

Das Vorhaben ist in vier Phasen mit thematischen Schwerpunkten unterteilt (Chronologie, Siedlungsmuster, regionale Diversität und Abschluss). Bei der Erforschung der Chronologie und der Siedlungsmuster konzentriert sich das Projekt auf Fallstudien in einer etwa 350 km² großen Region im Kerngebiet des derzeit bekannten Verbreitungsgebietes der Nok-Kultur. Die dort erzielten Ergebnisse sollen anschließend mit jenen aus Untersuchungen in anderen Regionen verglichen werden. Hierbei geht es darum, die kulturelle Einheit, die der streng bewahrte Stil der Terrakotten widerspiegelt, in anderen Bereichen zu testen (insbes. Siedlungs- und Wirtschaftsweise, Keramik, Steingeräte und Eisenmetallurgie).

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